Ausgabe 28

Das Kaninchen aus dem Zylinder ist ein Klischee

Dennis Lomprich aus Hemmingen auf Copperfields Spuren

Diesen Moment vergisst Dennis Lomprich nie. Vor dem Fernseher sah er begeistert den Großillusionen des Meisters zu. Von da an war dem Hemminger klar: Zaubern ist sein Ding. „Das hat mein Interesse geweckt, durch ihn bin ich dazu gekommen.“

Nachdem ihm seine Eltern einen Zauberkasten geschenkt hatten, sammelte Lomprich erste Erfahrungen. Auf privaten Feiern und in der Schule präsentierte er nach und nach seine Tricks. Als ihm in der Schule das Zaubern verboten wurde, ließ Dennis Lomprich, der in seiner Freizeit außerdem noch gern Fußball spielt, das Zaubern eine Zeit lang sein. „Vor zwei, drei Jahren habe ich mich aber von der Zauberkunst wieder faszinieren lassen“, so Lomprich. Auftritte folgten vereinzelt. Über den „Magischen Zirkel“ Stuttgart baute Dennis Lomprich das Zaubern weiter aus. „Ich war gleich begeistert dort. Da sind Menschen mit den gleichen Interessen. Ich konnte ja vorher mit niemandem reden“, verweist er auf den Ehrenkodex der Zauberer, die Tricks nicht zu verraten. Im Magischen Zirkel kann Lomprich sein Wissen erweitern, Neues lernen und wertvolle Tipps von erfolgreichen Zauberern umsetzen.

Über das viel beschriebene Bild vom Zauberkünstler, der ein Kaninchen aus dem Zylinder zieht, kann Dennis Lomprich nur lächeln. „Ich kenne keinen Zauberer, der das im Programm hat“, schmunzelt er. Überhaupt ist die Parade-Sparte von Lomprich eher bei der Manipulation. Kleine Gegenstände, Kartentricks, verblüffendes Jonglieren. „Fingerfertigkeit, Schnelligkeit – das gehört zu meinen Spezialitäten“, sagt er über sich. Als Vorbild dient ihm dabei vor allem der in Deutschland bekannte „Topas“. Dieser kann mittlerweile von der Illusion leben. Lomprich gibt sich da zunächst noch zurückhaltend. „Erst einmal die Schule fertig machen. Aber als zweites Standbein kann ich mir das vorstellen.“ Zunächst ist ihm wichtig, regelmäßig Auftritte zu bekommen. Bis dahin heißt es: Üben, üben, üben. „Ich mache täglich irgendwas, auch nebenher beim Fernsehen. Oder im Bus zur Schule. Damit meine Finger fit bleiben.“ Dennis Lomprich – diesen Namen sollte man sich merken. Vor allem wenn einen Illusionen begeistern, die weniger auf Zauberei als auf hartem Training beruhen.

Matthias Haug

Fotos: Meisinger / fotolia