Ausgabe 40

Hier sind Kinder „fit wie Turnschuhe“

In der Kindertagesstätte Wiesenäcker wird Bewegung groß geschrieben

Bewegung im Kindesalter ist wichtig für die Herausbildung von kognitiven Fähigkeiten. Das weiß man auch in der Kinderta­gesstätte Wiesenäcker im Ditzin­ger Stadtteil Heimerdingen, die sich am Sonntag, 13. Mai, bei der Messe „Mensch und Zukunft – Ditzingen Vital“ präsentiert.

Die Kindertagesstätte Wiesen­äcker ist ein kunterbuntes Spielparadies. Im Rollenspiel­zimmer etwa können sich die 70 betreuten Kinder verklei­den und eine fremde Identität annehmen – eine Erfahrung, bei der die Ein- bis Sechsjähri­gen viel lernen können. „Ich bin am liebsten Königin“, sagt die kleine Mia. „Das sind wahrscheinlich alle Mädchen am liebsten.“

Ganzheitliche Erziehung

Die Kinder können in den ver­schiedenen Funktionsräumen auch spielen, malen, basteln und experimentieren. „Wir bieten eine ganz­heitliche Erziehung an“, betont Ursula Kühnle, Leiterin der Kindertagesstätte. Dazu gehört auch gesunde Ernährung, jeden Tag steht ein vegetarisches Gericht auf dem Speiseplan. Im Mittelpunkt steht aber die Bewegung: Seit vergangenem Dezember darf sich die kommunale Ein­richtung nach einer Zertifizierung durch das baden-württem­bergische Kultusmini­sterium offiziell Sport­kindergarten nennen. Zuvor hatten die Erziehe­rinnen ein Bewegungs­tagebuch für jedes Kind geführt. Ei­ne Mitarbeiterin des Motorikzentrums Ludwigs­burg prüfte zudem die Zielge­richtetheit der Angebote im sportlichen Bereich. „Außer­dem mussten wir nachweisen, dass wir jedem Kind wöchent­lich 150 angeleitete und weite­re 150 Minuten freie Bewe­gungszeit bieten“, erklärt Kühnle. Das neunköpfige Team bringt die erforderliche Fachkompe­tenz ein. Zum Personal gehören eine Motopädin, eine Sportlehrerin und eine Erzie­herin, die über eine Zusatz­ausbildung zur Tanzübungs­leiterin verfügt. Zweimal pro Woche gehen die Kinder mit den Erzieherinnen in die Turnhalle der nahen Grundschule, ebenfalls zwei­mal wöchentlich steht ange­leitete Bewegung in der Kin­dertagesstätte auf dem Pro­gramm. Im weitläufigen Gar­ten kann sich der Nachwuchs auf Rutschen, Schaukeln oder dem Riesentrampolin austo­ben. Bei einem Tanzprojekt werden an einem Wochentag Rhythmus-und Koordina­tionsgefühl trainiert. „In den Kindern steckt der Drang zur Bewegung“, sagt Kühnle. Wer im Kindesalter klettere, turne und tanze, eig­ne sich dabei nicht nur moto­rische Fähigkeiten an. „Bewe­gung spricht auch das Gehirn an, beugt Haltungsschäden und Übergewicht vor.“ Zu sportlichen Höchstleistun­gen werde aber niemand ge­zwungen, betont die Pädago­gin. Die Kinder könnten Übungen jederzeit abbrechen. Gefährlich sei das sportliche Konzept nicht. „Hier gibt es nicht mehr Verletzungen als in anderen Kindergärten.“

Frank Klein

Fotos: Klein

Wer sich viel bewegt, darf auch mal Pause machen