Ausgabe 47

„Spaß an der Freude“

Eingespieltes BMX Racing Team aus Eltingen

BMX-Fahrer haben in der Region viele Möglichkeiten, sich auszutoben. Aber richtig professionelle Bahnen für die Leistungsfahrer gibt es weniger, eine davon ist in Eberdingen-Nußdorf. Das BMX Racing Team Sautter aus Eltingen hat sich dort mit LEOAKTIV-Redakteur Matthias Haug getroffen.  

Schon beim Anblick der Sporträder wird klar, dass diese für die sonntägliche Spazierfahrt eher ungeeignet sind. Die Einzelräder haben Radgrößen von 20 oder 24 Zoll. Vater und Tochter Sautter, also Mike und Madlen, starten gemeinsam bei den Seitenwagen-Rennen der DSM (Deutschschweizer Meisterschaften). Zehn Läufe umfasst die Saison, davon die meisten in der Schweiz. Aber auch eines in Nußdorf. „Seitenwagen-Rennen sind für Zuschauer und Fahrer interessant“, sagt Mike Sautter. „Das ist ein Teamsport, aber am wichtigsten ist der Mitfahrer“, erklärt Sautter. Während der Fahrer fährt und lenkt, ist der Mitfahrer für den Schwung an den Hügeln zuständig, sowie für die Kurven. Dass diese Aufgabe als Mitfahrer härter ist, als es von außen aussieht, wird dem LEOAKTIV-Redakteur schnell klar, als er sich selbst mit Mike Sautter auf eine Testrunde begibt. Das kostet Kraft ohne Ende.

Tochter Madlen ist seit 2011 dabei und bisher die einzige weibliche Fahrerin. Mike, der den Kindern die BMX-Begeisterung mitgegeben hat, muss aber eingestehen: „Es wird immer schwieriger, denn die Kinder werden schneller. Da merkt man schnell, dass sie mittlerweile Kraft haben“, so Sautter. Und fügt hinzu: „Ich sollte mehr trainieren.“ Zwar fahren beide auch bei den Einzelrennen mit, doch nur aus „Spaß an der Freude“, wie Mike Sautter versichert. Eben, um die Zeit zwischen den Seitenwagen-Läufen sinnvoll zu überbrücken. Je Lauf starten acht, manchmal auch neun Gespanne. „Da wird schon beim Start eine Menge Staub aufgewirbelt“, so Sautter. Überhaupt sei der Start entscheidend für den Rennverlauf. Bis die Startrampe runter geht heißt es: Volle Konzentration – und Balance bewahren.

Während des Rennens gibt es je nach Höhe des Hügels und Tempo unterschiedliche Sprung-Techniken, die man im Repertoire haben sollte. „An den Hürden darf man keinen Schwung verlieren“, erklärt Sautter. Neben der Helmpflicht sind langärmlige Shirts vorgeschrieben, lange Hose und Fingerhandschuhe. Auch der Oberkörper wird gepolstert, zudem werden Schienbein-Schoner verwendet. Das Training findet weitestgehend auf der Bahn statt, im Winter in der Halle. „Den Bewegungsablauf trainiert man am besten direkt auf der Bahn“, ergänzt Sautter.

Wen das BMX-Fahren interessiert, der kann zum Einstieg auf die einschlägigen Bahnen zurückgreifen. Wer sich leistungsmäßig anspruchsvoller weiterentwickeln will, kann die umliegenden, professionellen Bahnen in beispielsweise Ingersheim, Markgrönigen, Kornwestheim oder Bönnigheim nutzen. „Auch in Karlsruhe und Bühlertal gibt es Bahnen“, so Sautter.

Die erste Fahrt auf dem Seitenwagen (und darauf gibt der Verfasser dieser Zeilen Brief und Siegel) mündet jedenfalls in einen grandiosen Muskelkater.

Die BMX Racing Serie, in der auch das Racing Team Sautter startet, macht am 11. und 12. Mai 2013 Station in Eberdingen-Nußdorf. Zudem gibt es im Internet Videos der DSM-Serie, unter anderem auch die Rennen des BMX Racing Teams Sautter, unter
www.bmxrecords.com.               mh