Ausgabe 62

»MIT DER ZEIT GEWACHSEN«

Drei Generationen Schmidt setzen die Tradition des Schneiderhandwerks fort

Mit Schere, Nadel und viel Liebe

Es ist ein aussterbendes Handwerk – der Schneider. Das Märchenklischee des auf dem Tisch sitzenden mit Nadel und Faden hantierenden Fachmanns für Stoffe und Schnitte hat kaum noch Gültigkeit. Und doch wird die Tradition moderner fortgesetzt. Etwa beim „Wibbel“ in Leonberg-Eltingen.

Der Schneider Wolfgang Schmidt war etwas unfreiwillig auch Namensgeber für das seit 1985 so genannte Bekleidungshaus. Ein Freund kam an Fasching auf die Idee dem Schneiderlehrling einen Bart zu schenken, der an das Theaterstück und den Film „Schneider Wibbel“ erinnerte. „Von da an hatte ich meinen Namen weg“, erinnert sich der 64-Jährige, der in dritter Generation die Schere und Nadeln als Beruf übernommen hat.

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Norbert Böpple baut und repariert Blasinstrumente

„Jeder schafft an seiner Legende“

Die Faszination eines Instrumentes wird meistens erst deutlich, wenn ein begnadeter Musiker dieses zum Klingen bringt und die Zuhörer in seinen Bann zieht. Die Vorgeschichte zu diesem Genuss spielt sich in den meisten Fällen – wenn es sich um eine Trompete, Flügelhorn oder Kornett handelt – in der Werkstatt von Nobert und Lukas Böpple aus Ditzingen ab. Fast jeder Blasmusiker, ob Profi, Semiprofi oder Amateur, kennt und schätzt die Künste von Norbert Böpple.

Ein altes Gemäuer in Ditzingen, der frühere Haupteingang ist schon lange verschlossen. Im Hof steht ein Mann an der Mauer und schaut den Baggern auf der anderen Seite zu. Der Staub der Baustelle und der Rauch seiner Zigarette verschmelzen im verzerrten Blick.

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Dennis Löw zeigt, wie sich der Beruf des Schornsteinfegers verändert hat

Vom Wandel über den Dächern

Früher brauchte man ihn nur, um den Ofenkamin zu fegen, den Ruß zu entfernen und die Feuerstellen zu kontrollieren. Veränderte gesetzliche Vorgaben bei den Emissionen, unterschiedliche Energieträger und weiterentwickelte Heizungssysteme machen den Schornsteinfeger von heute zu einem gefragten Energieberater bei Neu- oder Umbauten von Heizungen. Der Schornsteinfegerberuf veränderte sich im Wandel der Zeit.

Dennis Löw ist Bezirksschornsteinfegermeister und das inzwischen mit voller Leidenschaft. „Eigentlich wollte ich einen IT-Beruf erlernen“ erzählt er. „Ich war damals auf der Technik- und Medienschule, als ich ein Praktikum bei meinem Stiefvater als Schornsteinfeger machte. Dabei stellte ich fest, dass dies ein technisch sehr anspruchsvoller Beruf ist.

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